Wir essen, um mit der Nahrung die Energie aufzunehmen, die wir zum Leben brauchen. Daher sind gesunde Ernährung und eine intakte Verdauung direkt gekoppelt mit unserem Wohlbefinden. Mehr noch: Unser Magen ist ein regelrechtes Stimmungsbarometer - er meldet sich deutlich spürbar, wenn ihm etwas nicht passt.
Aber warum „schlägt uns Stress auf den Magen“, sollten wir „Ärger nicht in uns hinein fressen“ oder „bereiten“ uns bestimmte Situationen „Bauchschmerzen“? Auch wer hin und wieder vermutet, dass er bestimmte Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ getroffen hat, liegt damit oftmals gar nicht falsch.
Schließlich ist unser Magen-Darm-System viel mehr als nur ein Verdauungsorgan. Muskeln, Drüsen, Schleimwand und Nerven arbeiten eng zusammen mit Enzymen, Hormonen und Verdauungsstoffen. Ein hocheffizienter „Verwertungs-Komplex“, der rund um die Uhr überwacht wird von einem ganz speziellen und faszinierenden Teil unseres vegetativen Nervensystems:
Das enterische Nervensystem durchzieht als komplexes Nervengeflecht den Magen-Darm-Trakt – und verfügt über Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren, die exakt jenen in unserem Gehirn entsprechen!
Mit 100 Mio. Nervenzellen reicht seine Leistungsfähigkeit beinahe an die Kapazität des Rückenmarks, unserer zentralen Datenleitung, heran. Dank dieses beeindruckenden Potenzials übernimmt es – in Kooperation mit dem Hormonsystem – die Regie über die Verdauungsprozesse in unserem Körper: Das enterische Nervensystem reguliert die Muskelbewegungen von Magen und Darm, dosiert die Produktion von Verdauungssäften und steuert die Nahrungsaufnahme.
Eine überaus anspruchsvolle und in der Tat lebenswichtige Aufgabe. Kein Wunder also, dass Wissenschaftler von diesem Nervensystem als unserem „zweiten Gehirn“ sprechen. Und an dieser Erfolgsstory ist unser Magen entscheidend beteiligt. Aber wie funktioniert er eigentlich genau? Und wie arbeitet er mit anderen Organen zusammen? Das erfahren Sie hier.
