Akupunktur: Aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Therapiemethode, bei der an charakteristischen Punkten der Körperoberfläche Akupunkturnadeln in die Haut eingestochen werden. Dabei sollen energetische Störungen innerhalb des Organismus ausgeglichen bzw. einzelne Organsysteme angeregt oder gedämpft werden.
Allergie: Überschießende – also „übertriebene“ – Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene), die sich in typischen, durch entzündliche Prozesse ausgelösten Symptomen äußert.
Ammoniak: Stechend riechendes Gas, das die Zellen der Magenschleimhaut angreift. Ammoniak wird von Helicobacter pylori aus Harnstoff gebildet und dient ihm als Schutz vor der aggressiven Magensäure.
Antazida: Arzneimittel zur Neutralisation der Magensäure. Sie enthalten meist Hydroxide und Carbonate von Aluminium, Magnesium oder Calcium. Eingesetzt werden Sie vor allem zur symptomatischen Therapie von Magengeschwüren, Sodbrennen und anderen säurebedingten Magenbeschwerden.
Antibiotika: Gruppe von Wirkstoffen, die Bakterien entweder abtöten oder deren Wachstum hemmen. Antibiotika werden in der Medizin hauptsächlich zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt.
Bakterium: auch Keim oder Erreger genannt. Bakterien sind einzellige Kleinstlebewesen, die eine Vielzahl von Krankheiten verursachen können.
Ballaststoffe: Unverdauliche Nahrungsbestandteile, welche die Darmtätigkeit anregen. Eine ballaststoffarme Ernährung begünstigt Verstopfung u. bestimmte Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.
Biopsie: Entnahme von Gewebe- oder Zellproben aus dem Körper, die anschließend untersucht werden.
chronisch: Sich langsam entwickelnde / langsam verlaufende Erkrankung, die unter bestimmten Umständen zu dauerhaften Beschwerden führen kann.
Diagnose: zweifelsfreie Zuordnung von Krankheitszeichen (Symptomen) zu einer bestimmten Erkrankung.
Endoskop: Medizinisches Instrument, das dem Arzt ermöglicht, das Körperinnere ohne Operation zu untersuchen und dabei ggf. Gewebe- oder Zellproben zu entnehmen.
Endoskopie: Ausleuchtung u. Inspektion von Körperhohlräumen und Hohlorganen, z.B. des Magens (= Magenspiegelung). Hier kann die Endoskopie für die Diagnose von Magenerkrankungen herangezogen werden mit der Möglichkeit zur Entnahme von Gewebeproben (Biopsie).
enterisch: zum Darm gehörend; im Darm liegend
enterisches Nervensystem (ENS): Das ENS ist ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen, das den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht und mit dem Gehirn verbunden ist. Dieses eigenständige Nervensystem befindet sich als dünne Schicht zwischen den Verdauungsmuskeln im Unterleib des Menschen und hat starken Einfluss auf den Verdauungsprozess. Es reguliert unter anderem die Darmaktivität und den Blutfluss im gesamten Verdauungstrakt.
Enzym: Alle Proteine, die als Biokatalysatoren des Körpers chemische Reaktionen beschleunigen, z.B. den Abbau bestimmter Stoffe bei der Verdauung.
Eradikation: Abtötung und vollständige Beseitigung eines Krankheitserregers.
Gastritis: Entzündung der Magenschleimhaut – sehr häufig als Folge einer Infektion mit Helicobacter pylori.
Gastroenterologie: Spezialgebiet der Inneren Medizin, das sich mit den Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und angrenzender Organe befasst.
Geißeln: Fadenförmige Organellen, mit denen sich bestimmten Bakterien u.a. Einzeller fortbewegen können.
Geschwür: auch Ulkus oder Ulcus; so werden in der Medizin ganz allgemein "tiefliegende Substanzdefekte" der Haut oder Schleimhaut bezeichnet. Ursache können Durchblutungsstörungen, Infektionen oder Tumoren sein. Auch eine Kombination dieser Faktoren ist möglich (z.B. bei Diabetes mellitus). Geschwüre sind häufig Symptome von Allgemeinerkrankungen und treten an mehreren Stellen auf. Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre bilden sich in der Magen-/Darmschleimhaut – häufig als Folge einer Infektion mit Helicobacter pylori.
H2-Blocker: Medikamente, welche die Magensäureausschüttung blockieren und somit den Heilungsprozess bei säurebedingten Erkrankungen fördern.
Helicobacter pylori: Bakterium, das bevorzugt die menschliche Magenschleimhaut besiedelt und sie schädigt. Infektionen mit Helicobacter pylori werden für eine Reihe von Magenerkrankungen verantwortlich gemacht. Darunter beispielsweise die Typ B-Gastritis, etwa 85 Prozent der Magengeschwüre und praktisch alle Zwölffingerdarmgeschwüre. Die Untersuchung auf Helicobacter pylori ist daher heute ein wesentlicher Bestandteil zur Diagnose von Magenerkrankungen. Eine chronische Infektion mit Helicobacter pylori ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Helicobacter pylori 1994 als krebserregend eingestuft.
Hormone: Biochemische Botenstoffe des Körpers, die Informationen von einem Organ oder Gewebe zum anderen übermitteln und den Stoffwechsel ihrer Zielorgane bereits in sehr geringen Mengen beeinflussen können.
Immunsystem: Gesamtheit unseres biologischen Abwehrsystems. Es beseitigt in den Körper eingedrungene Fremdstoffe aller Art und verhindert so z.B. eine Schädigung durch Krankheitserreger. Es ist außerdem in der Lage, fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen zu zerstören. Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen.
invasiv/nicht-invasiv: In der medizinischen Diagnostik oder Therapeutik werden solche Methoden als invasiv bezeichnet, die in den Körper eindringen, also z. B. eine Endoskopie, Biopsie oder ein Abstrich der Nasenschleimhaut. Nicht-invasiv bezeichnet Untersuchungsmethoden (z.B. Sonografie, Atemtest u.a.), bei denen Geräte oder Katheter entweder gar nicht oder in geringerem Maße als üblich (minimal-invasiv) in den Körper eindringen. Typischerweise werden die Begriffe verwendet, um die geringen Unannehmlichkeiten und Risiken bestimmter Verfahren zu betonen.
Infektion: Übertragung, Eindringen und Vermehrung eines Krankheitserregers (Bakterien, Viren, Pilze, u.a. Mikroorganismen) in den Körper.
Inhibitoren: Hemmstoffe, die bestimmte chemische, biologische oder physiologische Reaktionen im Körper verlangsamen, hemmen oder verhindern. Damit sind Inhibitoren insbesondere Stoffe, die die Aktivität von Enzymen hemmen. Protonenpumpeninhibitoren (PPI) hemmen, z.B. ganz gezielt das Enzym, welches die Aktivität der Magensäurepumpe reguliert.
Milieu: Charakteristische chemische Stoffumgebung, in der sich ein Organismus/eine Substanz befindet oder sich eine Reaktion abspielt, z.B. saures/alkalisches Milieu.
organisch: Erkrankungen, Phänomene oder Symptome, deren Ursache im Körper – im eigentlichen Sinne in den Organen - zu finden sind. Gegenteil: psychisch.
Präparat: gleichbedeutend mit Arzneimittel, Medikament oder Wirkstoff.
Prokinetika: Medikamente, welche die Magen-Darm-Tätigkeit (Peristaltik) regulieren. Sie werden unter anderem eingesetzt bei Übelkeit, Ebrechen, Völlegefühl und allgemeinen
Oberbauchbeschwerden, die durch eine gestörte Magen-Darm-Tätigkeit bedingt sind.
Prophylaxe: Vorsorge, Vorbeugung, Vermeidung
Protonenpumpeninhibitor (PPI) oder Protonenpumpenhemmer: Gruppe von Wirkstoffen, die gezielt die Säurepumpe im Magen blockieren und damit die Magensäureproduktion reduzieren.
Rezeptor: Spezialisierte Zelle oder ein Protein, welches bestimmte äußere und innere chemische oder physikalische Reize in eine für das Nervensystem verständliche Form bringt. Eine bestimmte Substanz bindet an den Rezeptor (Schlüssel-/Schloss-Prinzip) und löst dadurch charakteristische Signal- oder Reaktionsprozesse im Körper aus. Bei manchen Erkrankungen sind diese Prozesse nicht erwünscht. Prinzip vieler Medikamente ist daher, diesen Rezeptor zu blockieren, um den Signalprozess zu unterbinden (z.B. Ausschüttung von Magensäure aus der Magenwand in das Mageninnere).
Syndrom: Gruppe von Krankheitszeichen, die für ein bestimmtes Krankheitsbild charakteristisch sind.
Symptom: In der Medizin ein bestimmtes Zeichen, das auf eine Erkrankung hinweist. Es kann durch einen Arzt bzw. Psychologen erfasst worden sein (Befund) oder auch vom Patienten selbst erfahren werden (Beschwerden). Die Gesamtheit der aus einem Krankheitsprozess resultierenden Symptome ergibt das klinische Bild, die Symptomatik. Symptome bilden zusammen mit den sonstigen Befunden die Grundlage für die Stellung einer Diagnose.
symptomatisch: In der Medizin a) Befunde, die für ein bestimmtes Krankheitsbild kennzeichnend sind und b) Therapieverfahren, welche Symptome einer Erkrankung direkt bekämpfen, weil eine ursächliche Behandlung nicht möglich oder nicht nötig ist (zum Beispiel hohes Fieber bei Virusinfektionen).
Therapie: Behandlung nach erfolgter Krankheitsfeststellung.
Tripeltherapie: Behandlung, bei der drei verschiedene Arzneimittel miteinander kombiniert werden. Ein Beispiel ist die Tripeltherapie mit einem Protonenpumpenhemmer und zwei unterschiedlichen Antibiotika zur Bekämpfung einer Infektion mit Helicobacter pylori.
Urease: Stoff (Enzym), mit dessen Hilfe Helicobacter pylori Harnstoff abbauen und in Ammoniak und Kohlendioxid (CO2) umwandeln kann. Urease wird – z.B. beim Atemtest - zum Nachweis einer Infektion mit Helicobacter pylori herangezogen.
Vegetatives Nervensystem (VNS): Auch autonomes Nervensystem (ANS) genannt, weil über das VNS biologisch festliegende, automatisch ablaufende Anpassungs- und Regulationsvorgänge vermittelt werden, die vom Menschen nicht willentlich, also allenfalls indirekt beeinflusst werden können. Über das vegetative Nervensystem werden lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel kontrolliert. Auch andere Organe oder Organsysteme werden vom vegetativen Nervensystem durchzogen, so beispielsweise die Sexualorgane, die Schweißdrüsen, unser Blutgefäßsystem (Blutdruck) oder die inneren Augenmuskeln (Pupillenreaktion).
